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Exkursionskurs „Mälarregionen ur ett historiskt, kulturellt och kommunikativt perspektiv”

Gamla Uppsala

Unsere Exkursion nach Schweden fand im Rahmen des Kurses „Exkursionskurs: Mälarregionen ur ett historiskt, kulturellt och kommunikativt perspektiv“ statt, der im Wintersemester 2017/2018 innerhalb der Professur für Komparatistik (Vergleichende Literaturwissenschaften) mit dem Schwerpunkt nordeuropäische Literaturen/Skandinavistik angeboten und von Karina Brehm geleitet wurde. Ziel des Kurses war es, uns 12 teilnehmenden BA-Studierenden der Nordischen Philologie durch die Arbeit mit Themen wie zum Beispiel Literatur, Kultur und Gesellschaft ein aktuelles Bild von Schweden zu vermitteln und uns auf die anschließende Exkursion vorzubereiten. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere die Mälarregion, die aus einem historischen, kulturellen und kommunikativen Blickwinkel betrachtet wurde. Da die Studienreise Besuche an drei Erasmus-Partneruniversitäten beinhaltete, nämlich Stockholms universitet, Uppsala universitet und Mälardalens högskola, ermöglichte sie uns zudem die Begegnung mit ausländischen Studierenden und Wissenschaftlern sowie die Pflege von Kontakten zwischen der FAU und den Partnerhochschulen im Rahmen des Erasmusvertrages. Außerdem bekamen wir die Gelegenheit, Einblicke in das landeskundliche, kulturelle, wirtschaftliche und politische Leben in Schweden zu gewinnen.

Die Exkursion begann am 20. März 2018 – zumindest für diejenigen von uns, die mit dem Flugzeug anreisten. Einige hatten sich dagegen schon am Vortag mit dem Zug auf den Weg gemacht, was sicher anstrengender war, sie dafür aber in den Genuss der schwedischen Landschaft brachte.

Nachdem wir schließlich alle in Stockholm angekommen waren, bezogen wir als erstes unsere Zellen im „Långholmens vandrarhem“, einem ehemaligen Gefängnis, das seit 1989 als Jugendherberge genutzt wird. Wir verbrachten unsere Nächte also im wahrsten Sinne des Wortes „hinter schwedischen Gardinen“. Nachdem wir unser Gepäck verstaut hatten, machten wir einen langen Spaziergang in Richtung Altstadt, bei dem wir die wunderschönen Eisschollen im Hafen bei Sonnenuntergang bewundern konnten.

Stockholm

Anschließend besichtigten wir das 2017 neu eröffnete Museum „Vikingaliv“, das spannende Informationen über die Wikingerzeit bietet und im Untergeschoss sogar zu einer Themenfahrt durch eine nordische Saga einlädt. Nach diesem langen Tag waren wir natürlich entsprechend hungrig und ließen den Abend bei MAX ausklingen, einer in Schweden sehr beliebten Hamburger-Kette. Am nächsten Morgen ging es mit dem Programm weiter: Nach einem reichen Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Universität Stockholm. Dort trafen wir die Dozenten Peter Lundkvist und Ulf Norberg, die auch an dem anschließenden Treffen zum Thema „Schwedisch als Fremdsprache“ teilnahmen, bei dem wir Studenten kurze Referate über die Stadt Erlangen und die FAU hielten und Karina Brehm über den Schwedischunterricht in Deutschland berichtete. Am Abend stand noch das Vasa-Museum auf dem Programm, in dem das gleichnamige Schiff ausgestellt ist, das auf Geheiß von König Gustav II. Adolf erbaut wurde, allerdings bereits 1628 auf seiner Jungfernfahrt im Stockholmer Hafen sank. An den folgenden beiden Tagen hatten wir die Möglichkeit, an verschiedenen Kursen an der Universität Stockholm teilzunehmen. Es blieb aber auch genug Zeit für eigene Unternehmungen, die einige von uns für weitere Museumsbesuche, andere für einen „Secondhand-Walk“ nutzten, bei dem sie sämtliche Secondhand-Läden in der Innenstadt abklapperten und mit reicher Beute nach Hause kamen.

Am 24. März hieß es schließlich „Hej då, Stockholm!” Mit dem Zug machten wir uns auf den Weg in die ungefähr 70 Kilometer entfernte Stadt Uppsala, wo wir in der Jugendherberge City Stay untergebracht waren. Abends trafen wir eine Erasmus+-Studentin aus Erlangen, die uns einen Einblick in das schwedische Studentenleben und die für Uppsala typischen „Nationen“ gab. Die Nationen sind Studentenorganisationen, die beispielsweise verschiedene Freizeitaktivitäten  anbieten und traditionelle Abendessen und Feste veranstalten. Am nächsten Tag erhielten wir eine Führung durch das historische Gebiet Gamla Uppsala. Zu diesem gehören unter anderem ein Museum und drei der bedeutendsten Grabhügel Schwedens, die bereits vor ungefähr 1500 Jahren errichtet wurden.

Gamla Uppsala

Nachmittags zeigte uns die Freundin einer Exkursionsteilnehmerin die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie zum Beispiel die bekannte Domkirche. Am nächsten Morgen ging es schon früh los: Wir besuchten eine Högstadieskola (eine Art weiterführende Schule) in dem nahe gelegenen Städtchen Örsundsbro. Dort trafen wir eine 9. Klasse und deren Deutschlehrer Andreas Sörensen, der 2016/2017 ein Auslandsjahr als Erasmus+-Student in Erlangen verbracht hatte. Zuerst hielten die Schüler kurze Referate auf Deutsch über den Alltag und die Kultur in Schweden. Danach waren wir an der Reihe und erzählten ihnen etwas über Deutschland – natürlich auf Schwedisch. Anschließend gaben sie uns noch einen Rundgang durch Örsundsbro, bevor wir gemeinsam in der Cafeteria der Schule zu Mittag aßen. Zurück in Uppsala hatten wir ein Treffen mit der DAAD-Dozentin Andrea Meixner an der Institution für Deutsch der Uppsala Universität, wo wir an einem schwedisch-deutschen Sprachtandem teilnehmen durften.

Am 27. März machten wir uns auf den Weg zu unserer letzten Station Eskilstuna, einer der Partnerstädte Erlangens. Zunächst legten wir allerdings einen Zwischenstopp in Västerås ein. Dort bekamen wir eine Führung rund um den Anundshög, einen Grabhügel aus dem 6. bis  8. Jahrhundert, und erfuhren allerhand Wissenswertes über die Schiffssetzungen und den Runenstein in der Umgebung. Im Anschluss daran stärkten wir uns im Café Anund mit leckeren Pfannkuchen, bevor wir schließlich nach Eskilstuna weiterfuhren. Dort bezogen wir zuerst unsere Zimmer im Lilla Hotellet (in dem 1963 sogar schon einmal die Beatles übernachteten) und machten danach noch eine kleine Tour durch die abendliche Stadt. Am nächsten Morgen bekamen wir die Gelegenheit, die „Deckarbibliotek“, also die der Stadtbücherei angegliederte Krimibibliothek, zu besuchen. Dies war besonders deshalb interessant, weil wir als Vorbereitung auf die Exkursion den ältesten Krimi Schwedens gelesen hatten, Prins Pierres bzw. Fredrik Lindholms Stockholmsdetektiven aus dem Jahr 1893, der in Eskilstuna spielt und in der Krimibibliothek vorhanden ist. Nachmittags durften wir wahlweise an einem Vortrag der Übersetzerin und Redakteurin Birgitta Wallin über ihre Zeitschrift Karavan oder an einem SOLD-Seminar der Forschungsgruppe für Mehrsprachigkeit teilnehmen, das von der Dozentin Gudrun Svensson gehalten wurde. Danach erhielten wir von Michaela Rohde, der internationalen Koordinatorin an der Mälardalens högskola, noch einige Informationen über ein mögliches Erasmus+-Studium in Eskilstuna beziehungsweise Västerås. Abends trafen wir uns mit Lina Samuelsson und Marie Öhman, zwei Dozentinnen der Mälardalens högskola, zu einem Symposium und sogenannten „Knytkalas“ (einem gemeinsamen Essen, zu dem jeder eine Kleinigkeit beisteuert) im Rahmen dessen wir das bereits erwähnte Stockholmsdetektiven diskutierten. Nach diesem Abschluss machten wir uns am nächsten Morgen schließlich wieder auf die Heimreise.

Abschließend möchten wir uns herzlich bei der Philosophischen Fakultät der FAU bedanken, die uns diese Exkursion ermöglichte und einen Teil der Kosten übernahm. Ein großes Dankeschön geht auch an das Schwedische Institut, das nicht nur die Museumseintritte in Stockholm und die Führungen in Uppsala und Västerås samt Pfannkuchenessen sponserte, sondern auch noch für Kursliteratur und verschiedene Fahrtkosten aufkam. Und natürlich vielen Dank an Karina Brehm, die durch ihr Engagement und ihre Organisation dafür gesorgt hat, dass uns diese Studienreise sicher in guter Erinnerung bleiben wird!

Fotos: Karina Brehm

Text: Leonie Rüth