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Kontaktbesuch an der Mälardalens högskola Eskilstuna-Västerås vom 20.10.2016 bis 25.10.2016

Rademacherschmieden

Anlässlich des 55-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Erlangen und Eskilstuna im Jahr 2016 organisierte Karina Brehm im Wintersemester 2016/2017 einen ERASMUS-Kontaktbesuch an der Mälardalens högskola Eskilstuna-Västerås, Schweden. Ziel der Reise war es, die Begegnung mit ausländischen Studierenden und Wissenschaftlern zu fördern und den Kontakt zwischen den beiden Partnerstädten und -universitäten zu vertiefen. Uns 10 teilnehmenden BA-Studierenden der Nordischen Philologie bot sich dadurch natürlich außerdem die Möglichkeit, Einblicke in das kulturelle, politische und wirtschaftliche Leben Eskilstunas zu erhalten.

Am Donnerstag, den 20. Oktober 2016 kamen wir am Flughafen Arlanda in der Nähe von Stockholm an, von wo aus uns ein Bus quer durch die Mälarregion zuerst nach Västerås und von dort aus weiter nach Eskilstuna brachte. Dort angekommen machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft für diese Woche, der Jugendherberge „Vilsta Sporthotell“. Nachdem wir uns alle auf die Zimmer verteilt hatten, ging unser erster Tag in Schweden auch schon dem Ende entgegen.

Am nächsten Morgen waren wir zu Besuch an der Mälardalens högskola, einer der Partneruniversitäten der FAU. Dort trafen wir zunächst einige Dozenten und Mitarbeiter, die uns über das Studium und Austausch- und Praktikumsmöglichkeiten in Eskilstuna beziehungsweise Västerås informierten. Nach einer kurzen „Fikapaus“ (Kaffeepause) hielten wir Studierenden Präsentationen auf Schwedisch, in denen wir von der FAU und der Nordischen Philologie in Erlangen erzählten. Anschließend hatten wir noch die Möglichkeit, an einem Seminar für das Lehramtsstudium teilzunehmen, bevor wir in der Cafeteria der Mälardalens högskola zu Mittag aßen. Am Nachmittag erhielten wir eine Führung durch Eskilstuna kommun, also das Gemeindegebäude, und erkundeten dann die Stadt auf Fahrrädern, die wir im Touristenbüro ausgeliehen hatten.

Rademacherschmieden

Danach besichtigten wir die Rademacherschmieden, eine ehemalige Manufaktur für Werkzeuge, Scheren und andere Eisenwaren, die im 17. Jahrhundert gegründet und von Reinhold Rademacher geleitet wurde. Heute befindet sich in den Gebäuden ein Freilichtmuseum, das sich mit diesem Thema beschäftigt und in dem jetzt kurz vor Halloween allerlei Gespenster ihr Unwesen trieben. Schließlich ließen wir den Abend bei einem Jazzkonzert in einem Café ausklingen, bevor wir uns wieder auf den Rückweg zu unserer Jugendherberge machten.

Runenstein vor dem Anundshög

Am Samstag stand eine Führung durch das historische Gebiet Badelunda mit seinen Hügelgräbern, insbesondere dem Anundshög aus dem 6. bis 8. Jahrhundert, und den verschiedenen Schiffs- und Steinsetzungen auf dem Programm. Der Hinweg fiel etwas länger aus als erwartet: Was eigentlich als kurzer Fußmarsch geplant gewesen war, entwickelte sich aufgrund mangelnden Orientierungssinns für uns Studierende zu einer anderthalbstündigen Wanderung durch den schwedischen Wald. Aber immerhin konnten wir uns endlich angekommen erst einmal im Café Anund stärken, bevor es mit der Führung weiterging. Nachdem wir den ganzen Tag über auf den Beinen gewesen waren, fielen wir am Abend sehr bald in unsere Betten.

Gut erholt machten wir uns am nächsten Morgen mit dem Zug auf den Weg nach Stockholm, wo wir von Wind und Regen empfangen wurden. Trotzdem verbrachten wir dort einen schönen Tag, den wir für eigene Unternehmungen nutzen konnten, zum Beispiel für das bekannte Vasa-Museum.

Stockholm

Zurück in Eskilstuna nahmen einige von uns außerdem noch zusammen mit einer Delegation aus Erlangen an einer Nachtwanderung teil, auf der verschiedene, über die Stadt verteilte Kunstwerke gezeigt wurden.

Am Montag brach der letzte richtige Tag unserer Reise an. Vormittags besichtigten wir Sigurdsristningen, eine eintausend Jahre alte Felsritzung, die die Geschichte des Drachentöters Sigurd Fafnesbane (der nordischen Entsprechung zu Siegfried aus der Nibelungensage) darstellt.

Sigurdsristningen

Anschließend waren wir noch ein zweites Mal zu Besuch an der Universität in Eskilstuna. Dort trafen wir einige schwedische Studierende, während Karina Brehm an einer Besprechung mit Repräsentanten der Stadt Erlangen, Eskilstuna kommun und der Mälardalens högskola teilnahm. Abends hatten wir in dem Restaurant der Jugendherberge ein gemeinsames Abschlussessen, bei dem wir „Pyttipanna“ probieren konnten, ein typisch schwedisches Gericht aus Kartoffelwürfeln, Zwiebeln, Speck oder Wurst und einem Spiegelei. Damit stand am nächsten Morgen auch schon die Heimreise an.

An dieser Stelle geht ein großes Dankeschön an die Philosophische Fakultät der FAU und das Schwedische Institut, die unsere Reise durch ihre finanzielle Unterstützung möglich gemacht haben, sowie an Karina Brehm für die Planung und Durchführung dieser Exkursion!

Text und Fotos: Leonie Rüth